
Die Kampagne wendet sich an politische Entscheidungsträger der EU mit der Aufforderung, die Strategie der Kampagne zum Schutz von Mädchen und Frauen, die von FGM betroffen sind, zu unterstützen.
Bei der feierlichen Eröffnung im Palais Epstein in Wien konnte Dr.Elisabeth Cencig, eine der Initiatorinnen der Kampagne zahlreiche nationale und internationale Gäste begrüßen, darunter politische Entscheidungsträger wie Österreichs ehemalige Außenministerin und nunmehrige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat Dr.in Ursula Plassnik, Petra Bayr, ebenfalls Abgeordnete zum Nationalrat, sowie Ulrike Lunacek, Abgeordnete zum EU-Parlament.
3 Millionen Mädchen werden jährlich verstümmelt. In Österreich leben zwischen 6.000 und 8.000 Mädchen und Frauen mit FGM. Das ist ein internationales Problem, das internationaler Unterstützung bedarf. Auf nationaler Ebene hat Österreich im Kampf gegen FGM schon viel geleistet. Als Mitglied der Europäischen Union, die der weltweit größte Sponsor in den betroffenen Ländern ist, kann Österreich eine noch größere Rolle spielen: Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit können Österreichs Politiker in allen Verhandlungen mit Ländern, in denen FGM praktiziert wird, das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung zur Sprache bringen und alle Maßnahmen gegen FGM unterstützen.
„Wir wenden uns an die nationalen Entscheidungsträger mit der Bitte, uns bei unserem Start quer durch Europa zu unterstützen. Diese Unterstützungserklärungen werden an die EU-Institutionen herangetragen, um sicher zu gehen, dass die nationalen Empfehlungen auf EU-Ebene umgesetzt werden“, erklärt Katja Svensson, Advocacy Officer der Europakampagne END FGM.
„Vor einem Jahr lud das Brüsseler Team der Europakampagne END FGM den österreichischenVerein FGM-HILFE ein, als Partnerorganisation mitzuarbeiten. Diese Partnerschaft hat sich bereits in der Vorbereitungsphase der Europakampagne als wertvolle Erfahrung erwiesen. Wir alle haben erkannt, wie wichtig und ergiebig die Arbeit innerhalb eines großen europäischen Netzwerkes ist. Wir sind überzeugt, dass wir mit vereinten Kräften den Kampf gegen FGM mitten in die EU-Institutionen hineintragen können“, sagt Dr. Elisabeth Cencig, Obfrau des Vereins FGM-HILFE.
Die fünf Kernbereiche, in denen die EU tätig werden kann, um durch FGM gefährdete oder betroffene Mädchen und Frauen zu schützen, sind folgende:
1. Datenerhebung über das Vorkommen von FGM in Europa
2. Zugängliche und adäquate Gesundheitsdienste für Frauen, die mit FGM leben
3. Besserer Schutz vor Gewalt für Frauen und Kinder
4. Klare Asyl-Richtlinien für Mädchen und Frauen, die von FGM bedroht sind und
5. Aufnahme des Problems FGM in alle Verhandlungen mit den bedrohten Ländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit.