
Das Leben von Millionen Müttern und Kindern ist weiter bedroht
Zwischen 1997 und 2007 sind die Finanzmittel im Bereich Bevölkerung und reproduktive Gesundheit allgemein gestiegen. Trotzdem ist die internationale Gemeinschaft weit davon entfernt, die gesundheitsbezogenen Millennium-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Das gilt vor allem für das fünfte Millenniumsziel – Verbesserung der Müttergesundheit. Denn die Überlebenschancen von Müttern haben sich seit 1990 nicht verbessert. Auch ist es bisher nicht gelungen, einen universellen Zugang zu Diensten der reproduktiven Gesundheit zu gewährleisten. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Studie, in der die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) zehn Jahre nach Verabschiedung der Millennium-Entwicklungsziele Bilanz zieht.
Ungleiche Verteilung der Finanzmittel
Eine mögliche Erklärung für die geringen Fortschritte bei den gesundheitsbezogenen Millenniumszielen ist die ungleiche Verteilung der finanziellen Ressourcen. Während die Ausgaben für den Kampf gegen HIV/Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten zwischen 1997 und 2007 von 294 Millionen US-Dollar auf mehr als sechs Milliarden US-Dollar stiegen, schrumpfte das Budget im Bereich der Familienplanung im gleichen Zeitraum von 663 Millionen auf 438 Millionen US-Dollar.
"Es ist sehr erfreulich, dass die Mittel zur Bekämpfung von HIV/Aids in den vergangenen Jahren gestiegen sind", betont DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. "Doch damit die Millennium-Entwicklungsziele noch verwirklicht werden können, müssen die Geberländer ihre jährlichen Hilfsleistungen für die reproduktive Gesundheitsversorgung insgesamt verdoppeln und die Gelder für Familienplanung vervierfachen." Dabei reiche es nicht aus, die Finanzmittel einfach nur zu erhöhen. Es komme vielmehr darauf an, in welche Bereiche investiert wird. "Vorrangig sind hier, die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln sicherzustellen sowie Hebammen und andere medizinische Fachkräften in den Entwicklungsländern besser zu qualifizieren", so Bähr.